Die Karwendelalpen liegen im Norden Tirols und im Süden Bayerns. Mit mehr als 120 Gipfeln über 2.000 Metern Höhe, von denen der höchste etwa 2.700 Meter erreicht, gehören sie zu den eindrucksvollsten Gebirgslandschaften der Region. Das größtenteils von menschlichen Eingriffen unberührte Kalksteingebirge hat seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sowie seine vielfältigen Karstformationen bewahrt. Die Region lässt sich zu Fuß oder mit dem Mountainbike erkunden; einige Bereiche können im Winter auch mit Schneeschuhen begangen werden.
Zum Schutz dieser Naturschätze wurde der Naturpark Karwendel gegründet, der Pertisau umschließt. Der Ort selbst sowie die Nordseite des Zwölferhorns, die zur Ortschaft hin ausgerichtet ist und über die die Seilbahn verläuft, liegen jedoch außerhalb des Naturparkgebiets.
Pertisau liegt am Ufer des Achensees, des größten Sees Tirols. Die kleinen, verwinkelten Gassen des charmanten Ortes sind ganz auf den Tourismus ausgerichtet und laden zum Bummeln und Verweilen ein.
Der Achensee ist 8,4 Kilometer lang, auf einem Rundweg vollständig umrundbar und erreicht eine maximale Tiefe von 133 Metern. Er dient zudem der Stromerzeugung durch ein Wasserkraftwerk. Der auf etwa 900 Metern Seehöhe gelegene, von Gletschern geformte See wird von Berggipfeln mit Höhen zwischen 1.500 und 2.000 Metern eingerahmt. Bereits bei der Anfahrt über die Serpentinenstraßen bieten sich herrliche Ausblicke auf den See. Alternativ gelangt man mit der historischen Zahnradbahn Achenseebahn, die von einer nostalgischen Dampflokomotive gezogen wird und durch die Wälder fährt, bis zur Endstation Seespitz. Von dort aus kann man den gesamten See bequem mit dem Schiff erkunden.
Die Talstation der Karwendel-Bergbahn befindet sich in Pertisau und ist von der Endstation der Achenseebahn in etwa 20 bis 30 Minuten zu Fuß erreichbar. Die Achenseebahn verkehrt saisonal. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.achenseebahn.at/sehenswuerdigkeit-tirol
Die Buslinie 8332 ab Jenbach fährt direkt nach Pertisau und verkehrt in der Regel stündlich.
Beim Spaziergang entlang des Seeufers in Richtung der Seilbahnstation lässt die beeindruckende Kulisse der umliegenden Berge bereits erahnen, dass die Aussicht von oben noch spektakulärer sein wird: Vom Gipfel eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Achensee und die umliegende Bergwelt.
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Die Karwendel-Bergbahn überwindet die Höhenmeter von 950 auf 1.491 Meter in nur etwa sechs bis sieben Minuten.
Auch aus technischer Sicht ist die Bahn besonders interessant: Die kleinen Kabinen verkehren nicht fortlaufend in gleichmäßigen Abständen, sondern werden zu Gruppen zusammengefasst. Etwa alle fünfzehn Minuten fahren jeweils fünf miteinander gekoppelte Kabinen gleichzeitig bergauf, während zur selben Zeit fünf weitere gekoppelte Kabinen talwärts unterwegs sind.
Diese sogenannten Gruppenpendelbahnen stellen eine Art Zwischenlösung zwischen klassischen Umlaufbahnen mit vielen kleinen, kontinuierlich fahrenden Kabinen und Pendelbahnen mit einer oder zwei großen Kabinen dar. Der Grund für dieses Konzept liegt vor allem in der vergleichsweise geringeren Auslastung der Anlage. Da die Kabinen nicht ununterbrochen verkehren, kann der Betrieb energieeffizienter gestaltet werden. Gleichzeitig ermöglichen mehrere kleinere Kabinen anstelle einer großen Kabine Einsparungen bei den Bau- und Infrastrukturkosten der Anlage.
🔧Technische Daten
🚡 Typ: Gruppenumlaufbahn mit Kleinkabinen
📏 Streckenlänge: 1.222 m
⛰️ Höhenunterschied: 528 m
⏱️ Fahrzeit: ca. 5–6 Minuten
🚀 Geschwindigkeit: ca. 18 km/h
🚠 Anzahl der Kabinen: 2 × 5 Kabinen
🗼 Anzahl der Stützen: 9
🏗️ Baujahr: 1989
Die Bergstation befindet sich auf dem Zwölferkopf. Dort gibt es einen Startplatz für Gleitschirm- und Paragleiter sowie mehrere Informationstafeln über die Tierwelt des Karwendelgebirges.
Von hier aus führt außerdem ein weiterer Lift in einer zur Karwendel-Bergbahn annähernd rechtwinkligen Richtung bergwärts. Er dient im Winter als Skilift und erschließt weitere Liftanlagen sowie das Gebiet rund um die Bärenbadalm. Parallel dazu verläuft ein Abschnitt des Alpentiere-Rundwanderwegs, eines ausgedehnten Themen- und Wanderwegs. Zwischen der Bergstation und der Bärenbadalm führt dieser über einen angenehm zu gehenden, nahezu ebenen Weg.
An der Bärenbadalm befindet sich ein Berggasthof. Jenseits der Alm beginnt das eigentliche Gebiet des Naturparks Karwendel. Die nächstgelegenen Gipfel erreichen bereits Höhen von nahezu 2.000 Metern. Im inneren Teil des Gebirges gibt es kaum noch menschliche Infrastruktur; die Landschaft wird dort von weitgehend unberührter Natur geprägt.
Für die Einkehr sowie die Nutzung der Toiletten steht ein Bergrestaurant zur Verfügung, das sich unweit der Bergstation befindet. Direkt daneben gibt es außerdem einen Spielplatz, wodurch sich das Gebiet auch für Familien gut eignet.
Aufgrund des regnerischen Wetters verbrachte ich nur etwa zwei Stunden auf dem Berg. Bei angenehmen Wanderbedingungen sollte man jedoch für ein wirklich abwechslungsreiches und lohnendes Erlebnis mindestens vier bis fünf Stunden Aufenthalt einplanen.
Trotz der wechselhaften Witterung bot sich eine beeindruckende Kulisse: Die ständig wechselnde Wolkendecke und die Sonnenstrahlen, die am entfernten Ende des Achensees durchbrachen, sorgten für besonders reizvolle Ausblicke. Auch der Regenbogen, der nach dem Niederschlag erschien, war ein unvergesslicher Anblick und verlieh der ohnehin spektakulären Berg- und Seenlandschaft eine ganz besondere Atmosphäre.