Hintertuxer Gletscher

Für den Besuch des Hintertuxer Gletschers benötigen wir bei Anreise aus Ungarn mehrere Tage: Er liegt etwa 630 km von der Grenze entfernt, und die Fahrt dauert sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto ungefähr 6,5–7,5 Stunden.

Ich habe drei Tage in Hippach verbracht und dort übernachtet; von dort ist es etwa eine Stunde entfernt. Wenn wir uns nur in den Tuxer Alpen umsehen möchten, empfehle ich Unterkünfte entlang der Strecke der Zillertalbahn.

Das Ziel ist vor allem ideal für Liebhaber von Wintersportarten sowie für Menschen wie mich, die sich neben dem Wandern auch für verkehrstechnische Lösungen interessieren. Ganzjährig schneebedeckte Landschaften und Skipisten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade erwarten die Sportbegeisterten.

Die touristischen Kapazitäten sind auf die Skisaison ausgelegt, daher können wir außerhalb der Saison aus vielen verschiedenen Unterkünften wählen. Die Ortschaften sind zwar klein, bieten aber die wichtigsten Dienstleistungen wie Geschäfte, Restaurants und Sportläden.

Zwischen den Orten kann man sich zudem leicht bewegen, da die Zillertalbahn tagsüber alle 30 Minuten verkehrt (frühmorgens und spätabends fährt hingegen ein Bus). Darüber hinaus gibt es Dorfbusse, die die weiter von der Bahn entfernten Gebiete bedienen und an die Züge anschließen.

🚆Anreise

Das Zillertal kann von Budapest über Wien mit den in Richtung Innsbruck verkehrenden Railjet-Express- sowie Westbahn-Zügen erreicht werden, bei denen man in Jenbach umsteigen muss. Die Fahrzeit bis dorthin beträgt etwa 4 Stunden und 20 Minuten.

Die Zillertalbahn fährt direkt neben dem Bahnhof ab in Richtung Mayrhofen, wohin die Fahrzeit weitere etwa 50 Minuten beträgt.

Get Directions

Add Waypoint
Route Options
×

Das Hochgebirgserlebnis beginnt in der Stadt Mayrhofen, wo die touristische Infrastruktur zunehmend dominiert: Die meisten Gebäude dienen als Unterkünfte, Geschäfte oder Restaurants. Schon von hier aus, aus der Stadt, können uns zwei Seilbahnen in große Höhen befördern (Ahornbahn und Penkenbahn).

Als ich Anfang Mai dort war, waren diese jedoch weder mehr im Winterbetrieb noch bereits im Sommerbetrieb in Betrieb – allerdings konnte ich die über der Stadt stehenden Kabinen der Penkenbahn schon von weitem erkennen. Später setzten sie sich dann ohne Fahrgäste in Bewegung, vermutlich fanden nach Wartungsarbeiten Probefahrten statt.

Get Directions

Add Waypoint
Route Options
×

Von Mayrhofen aus bin ich mit dem Bus weiter nach Hintertux gefahren, von wo die Seilbahn zum Gletscher startet. Die Busse verkehren während der gesamten Betriebszeit der Seilbahn im Halbstundentakt.

Die etwa 40 Minuten lange Fahrt führt auf einer landschaftlich beeindruckenden, kurvenreichen Strecke durch das Tal des Tuxbachs, das sich an manchen Stellen so stark verengt, dass die Serpentinenstraße, die Häuser und der Fluss beinahe ineinander überzugehen scheinen.

Der Ort Hintertux liegt auf etwa 1500 Metern Höhe am Talschluss, wo auch die Straße endet. Die Bebauung ist hier уже aufgelockerter, und die meisten Gebäude dienen – wie zuvor – als Unterkünfte.

An der Talstation der Seilbahn befindet sich auch die Endhaltestelle des Busses. Hier gibt es einen großen Parkplatz sowie ein touristisches Zentrum mit Restaurant, Sportgeschäft und Übernachtungsmöglichkeiten. Neben der Talstation befindet sich außerdem ein Spielplatz, und von hier starten auch Wanderwege; in unmittelbarer Nähe liegt zudem die Quelle des Hintertuxer Quellwassers.

🚡 Sommerberg

Als ich dort war, war das Wetter ungünstig, weshalb ich den Gletscher in etwa 2,5 Stunden besichtigt habe. Unter freundlicheren Bedingungen hätte ich dort jedoch gern mehr Zeit verbracht – etwa um irgendwo zu sitzen, die Landschaft zu genießen oder kleine Spaziergänge in der Umgebung der Stationen zu unternehmen.

Dafür sind vermutlich die Sommermonate besser geeignet, wenn man hier auch der Hitze entfliehen kann: Im Vergleich zum Tal sinkt die Temperatur kontinuierlich, und am Gipfel kann es sogar bis zu 20 Grad kälter sein.

Von der Talstation führt bis zur ersten Mittelstation, der auf etwa 2100 Metern gelegenen Sommerbergalm, zwei parallel verlaufende Seilbahnen: der moderne Gletscherbus 1 mit 24 Personen Kapazität sowie die kleinere, 8‑Personen-Kabinenbahn Sommerberg. Die Fahrzeit beträgt 5–6 Minuten.

Als ich dort war, war aufgrund des geringen Andrangs nur letztere in Betrieb. Die Seilbahnen verkehren morgens ab 8:15 Uhr bergauf und nachmittags bis 16:30 Uhr talwärts.

ℹ️ https://www.hintertuxergletscher.at/

🚡 Typ: 8 Mitglied Einseilumlaufbahn

📏 Streckenlänge: 1 434 m

⛰️ Höhenunterschied: ~600 m

⏱️ Fahrzeit: ca. 5 -6 Min.

🚀 Geschwindigkeit: ca. 18 km/h.

🚠 Anzahl der Gondeln: 57 Stück

🗼 Stützen: 10 Stück

🏗️ Baujahr: 2000

Während ich hier hinaufgefahren bin, wurde der Höhenunterschied von etwa 500 Metern von einer sehr eindrucksvollen Wetterveränderung begleitet: Die Temperatur sank von etwa 18 °C auf 6 °C, während sich unter uns ausgedehnte Nadelwälder erhoben und sich der Blick auf das Tal des Tuxbachs immer weiter öffnete.

Entlang der von der Station ausgehenden Spazierwege standen an mehreren Stellen Baumaschinen; offenbar wurden Wartungsarbeiten an einem Speichersee für Skipisten durchgeführt, und auch aus anderen Gründen fanden Bauarbeiten statt.

Im Gebäude der Sommerbergalm befinden sich ein Restaurant und Sanitäranlagen, daneben gibt es eine Aussichtsterrasse, von der sich sowohl in Richtung Tal als auch in Richtung Berge ein wunderschönes Panorama bietet.

Von der Sommerbergalm starten insgesamt fünf Liftanlagen in vier verschiedene Richtungen. Von diesen dienen die beiden Anlagen, die zur zweiten Mittelstation, dem Fernerhaus, führen, dem Ausflugsverkehr, während die übrigen Skilifte sind.

🚡 Fernerhaus

In Richtung Fernerhaus führen parallel zwei Seilbahnen bergauf: der moderne Gletscherbus 2 mit 24 Personen Kapazität sowie die 4‑Personen-Kabinenbahn Fernerhaus. Ein besonders eindrucksvolles Element ist dabei, dass der Gletscherbus 2 eine etwa 50 Meter tiefe Schlucht überspannt, während die Fernerhaus-Bahn zunächst hinabführt und anschließend auf dem Bergrücken wieder ansteigt.

Auch hier ist ein paralleler Betrieb der beiden Anlagen außerhalb der Skisaison nicht erforderlich, sodass in dieser Zeit nur eine von ihnen verkehrt. Beim Blick aus dem Fenster öffnet sich während des rund 560 Meter langen Höhenanstiegs zur Bergstation immer weiter das Panorama in Richtung der weiter entfernten Berge. Noch unterhalb der Schneegrenze waren bei einem Speichersee weitere Bauarbeiten zu erkennen, in dem Wasser für die Beschneiungsanlagen gesammelt wird.

Etwa ab der Hälfte der Strecke tauchten erste Schneefelder auf, und der Regen ging allmählich in intensiven Schneefall über.

🚡 Typ: 24 Personen Funitel

📏 Streckenlänge: 2 280 m

⛰️ Höhenunterschied: ca. 578 m

⏱️ Fahrzeit: ca. 7 Min.

🚀 Geschwindigkeit: ca. 21 km/h.

🚠 Anzahl der Gondeln: 34 Gondeln

🗼 Stützen: 7 Stück

🏗️ Baujahr: 1995

Das Fernerhaus ist ein Skizentrum: Es gibt ein Sportgeschäft, das zugleich als Verleih dient, ein Restaurant sowie daneben einen großen Aufenthaltsraum für Skifahrer mit Tischen und Stühlen.

Als ich Anfang Mai dort war, war alles von einer 10–20 cm dicken Schneedecke bedeckt, und es fiel weiterhin anhaltend und intensiv Schnee. Dadurch war auch die Sicht eingeschränkt, vor allem nach unten. Der auf der Karte eingezeichnete Weg zum See war ebenfalls von einer weißen Schneedecke überzogen, sodass eine Orientierung unter diesen Bedingungen kaum möglich war.

Bis hierher, auf etwa 2600 Metern, reicht das Reich des ewigen Schnees hinab; am unteren Ende der am weitesten hinabreichenden Gletscherzunge befindet sich das Tuxer Fernerhaus.

Eine echte Besonderheit in der Nähe ist die Spannagel-Höhle – das höchstgelegene besuchbare Höhlensystem Europas. Für den Besuch ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, ebenso spezielle Höhlenkleidung (die vor Ort bereitgestellt wird). Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Höhle für Menschen mit Höhenangst nicht geeignet ist.

ℹ️ https://www.spannagelhoehle.at

🚡 Gefrorene Wand

Mit dem Gletscherbus 3 setzte ich meine Fahrt fort. Diese Seilbahn ist die weltweit höchstgelegene, im Dauerbetrieb befindliche Zweiseilumlaufbahn (Funitel). Sie überwindet einen Höhenunterschied von etwa 650 Metern und bringt uns in rund 8–10 Minuten auf den 3250 Meter hohen Gipfel. Die für ihre hohe Windstabilität bekannte Anlage ist ganzjährig in Betrieb.

Schon der Weg zur unteren Station war im Schneesturm ein echtes alpines Abenteuer, obwohl es nur etwa 100 Meter Fußweg von der Bergstation des Gletscherbus 2 waren – währenddessen glitten Skifahrer den Hang hinab.

Ein nützlicher Hinweis informiert bereits an der unteren Station darüber, dass es an der Bergstation weder Toiletten noch eine Bewirtungsmöglichkeit gibt.

Während der Fahrt nach oben begann der immer stärker werdende Wind die Kabine sanft zu schaukeln, und plötzlich war nichts mehr zu sehen – alles verschwand im dichten Nebel.

Auf dem Dach des Gebäudes Gefrorene Wand befindet sich eine Panoramaterrasse, die sowohl per Lift als auch über Treppen erreichbar ist. Dort gibt es Bänke sowie einige überdachte Plätze. Aufgrund des Nebels war die Aussicht jedoch leider eingeschränkt.

Direkt neben dem Gebäude war ein Skilift zu sehen sowie ein Container, in dem die Guides des Natureispalasts die Teilnehmer für die Höhlentouren empfangen. Die Führungen starten stündlich und dauern etwa eineinhalb Stunden. Zudem wird im Voraus darauf hingewiesen, dass auf dem Weg zur Höhle und zurück jeweils etwa 100 Höhenmeter zu überwinden sind, weshalb eine entsprechende Kondition empfohlen wird.

ℹ️ https://www.natureispalast.info

🚡 Typ: 24 Personen Funitel

📏 Streckenlänge: 1 897 m

⛰️ Höhenunterschied: kb. 636 m

⏱️ Fahrzeit: ca. 5–6 Min.

🚀 Geschwindigkeit: ca. 21 km/h.

🚠 Anzahl der Gondeln: 27 Gondeln

🗼 Stützen: 12 Stück

🏗️ Baujahr: 2000

Bei geeignetem Wetter würde ich für dieses Programm etwa 4–5 Stunden einplanen, wobei die für den Höhlenbesuch benötigte Zeit noch zusätzlich hinzukommt.