Mallnitz ist ein malerischer alpiner Urlaubsort in Österreich im Bundesland Kärnten, auf einer Höhe von 1.191 Metern über dem Meeresspiegel, im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern. Der Ort ist für seine kristallklare Bergluft, seine unberührte Naturlandschaft und seine beeindruckende Alpenkulisse bekannt. Als Mitglied der Initiative Alpine Pearls engagiert sich Mallnitz in besonderem Maße für nachhaltigen Tourismus und eine umweltfreundliche Mobilität.
Sehenswürdigkeiten:
– Der Ankogel (3.252 m), dessen Seilbahn bis auf 2.637 Meter Höhe führt. Von der Bergstation aus verläuft ein sehr steiler hochalpiner Wanderweg zum Gipfel.
– Der Säuleck (3.086 m) sowie zahlreiche weitere Wandermöglichkeiten im Nationalpark Hohe Tauern.
– Das BIOS Nationalparkzentrum, ein modernes Besucherzentrum, das die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Naturschätze des Nationalparks auf interaktive Weise präsentiert.
– Das Tauernbad Mallnitz, ein gemütliches Erlebnisbad mit Saunalandschaft, das nach einem Wander- oder Skitag ideale Möglichkeiten zur Erholung bietet.
🚆Anreise
Der nächstgelegene Bahnhof ist Mallnitz–Obervellach, an dem die Fernverkehrszüge auf der Bahnstrecke Salzburg–Villach stündlich halten.
Ebenfalls im Stundentakt verkehren von hier aus Autozüge nach Böckstein auf der Nordseite des Alpenhauptkamms. Die Züge durchqueren dabei einen langen Tunnel unter dem Gebirgszug mit seinen 2.700 bis 2.900 Meter hohen Gipfeln. Da es über das Hochgebirge keine direkte Straßenverbindung gibt, stellt diese Verbindung eine wichtige Verkehrsachse in Richtung des Gasteinertals dar.
Vom Bahnhof bestehen etwa stündliche Busverbindungen nach Mallnitz. Zu den touristischen Ausflugszielen fahren jedoch nur wenige Busse pro Tag direkt weiter, sodass sich eine sorgfältige Planung der An- und Abreise empfiehlt.
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Zur Talstation der Ankogelbahn verkehren die Busse der Linie 103. Vom Stationsgebäude aus erreicht man den Stappitzer See in einem leichten Spaziergang von etwa 15 Minuten. Das bergseitige Ufer des Sees gehört bereits zum Nationalpark Hohe Tauern.
Entlang des Sees verläuft der Seebachtal-Lehrweg, der Besucher über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des Tals sowie die von Gletschern geprägte Landschaft informiert. Zwischen dem Parkplatz und dem See befinden sich zudem ein Spielplatz und Sanitäranlagen, die den Aufenthalt besonders familienfreundlich gestalten.
Die Talstation der Ankogelbahn liegt etwas außerhalb von Mallnitz am Eingang des Seebachtals. Vom Ortszentrum führt ein angenehmer Spazierweg entlang des kristallklaren, türkisgrün schimmernden Gebirgsbachs zur Seilbahn. Alternativ endet auch die vom Bahnhof kommende Buslinie 103 direkt an der Talstation.
🚡 Ankogelbahn
Die Ankogelbahn bringt Besucher in zwei Sektionen von Mallnitz (1.281 m) zur Bergstation in der Nähe des Hannoverhauses (2.626 m). Die Mittelstation befindet sich auf einer Höhe von 1.941 Metern.
Das Hannoverhaus liegt oberhalb des Etlschattels (2.546 m). Daher führt der Weg von der Bergstation zunächst leicht bergab in Richtung dieser beliebten Schutzhütte und des Übergangs. Von dort eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die hochalpine Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern sowie zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Bergtouren.
Die beeindruckende Seilbahn überwindet einen Höhenunterschied von 1.345 Metern und zeichnet sich durch ihre besondere Bauweise aus: Es handelt sich um eine Gruppenpendelbahn, bei der mehrere Kabinen hintereinander am Tragseil angeordnet sind.
Auf dem unteren Streckenabschnitt verkehren zwei, auf dem oberen drei miteinander gekoppelte Kabinen mit einer Kapazität von jeweils 29 Personen. Die Fahrten erfolgen in der Regel alle 30 Minuten.
Da hier kein besonders windstabiles Zweiseilsystem zum Einsatz kommt, kann der Höhenwind deutlich spürbar sein. Die Kabinen geraten bei stärkerem Wind mitunter leicht ins Schwingen, was die Fahrt noch eindrucksvoller macht. Gleichzeitig bieten die über die Gipfel ziehenden und vom Wind geformten Wolken faszinierende Naturschauspiele. So wird die Auffahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis mit spektakulären Ausblicken auf die hochalpine Bergwelt.
🔧Technische Daten
🚡Typ: Gruppen-Pendelbahn (Luftseilbahn)
📏 Streckenlänge: 4.195 m (1.808 m + 2.387 m)
⛰️ Höhenunterschied: 1.355 m
⏱️ Fahrzeit: kb. 6 + 8 perc / Min.
🚀 Geschwindigkeit: ca. 36 km/h
🚠 Anzahl der Gondeln: 2 × 2 Kabinen in der ersten Sektion, 2 × 3 Kabinen in der zweiten Sektion (Gruppenpendelbahnsystem).
🗼 Stützen: 3 Stützen (1 in der ersten Sektion, 2 in der zweiten Sektion)
🏗️ Baujahr: 1965–1966
Die Bergstation bietet bewusst nur die wichtigsten Einrichtungen für Besucher: Toiletten, einen kleinen überdachten und windgeschützten Wartebereich sowie die Lawinenwarnsirene.
Möglichkeiten zur Einkehr und Übernachtung bietet das nahe gelegene Hannoverhaus, in dem sich auch ein lebensrettender Defibrillator befindet. Die Schutzhütte ist sowohl im Sommer als auch im Winter geöffnet (genaue Öffnungszeiten sind der Website zu entnehmen). Sie verfügt über einen großzügigen Gastraum mit rund 60 Sitzplätzen, großen Panoramafenstern sowie eine Terrasse mit ebenfalls etwa 60 Plätzen. WLAN und Mobilfunkempfang sind vorhanden.
Westlich des über der Hütte aufragenden Etlschattels (2.546 m) beginnt bereits das Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern. Bei klarem, nebelfreiem Wetter eröffnet sich ein herrlicher Blick in das Tal des Seebachs sowie auf zahlreiche weitere Gipfel mit Höhen zwischen 2.500 und 2.900 Metern im Süden.
Die von der Bergstation ausgehenden Wanderwege führen bereits nach kurzer Zeit in den Nationalpark hinein.
Wer bergauf wandert, erreicht als nächstes Ziel die Arnoldhöhe auf 2.722 Metern Höhe. Der Gipfel ist in etwa 15 Minuten erreichbar. Von dort blickt man nach Norden in das Tal des Anlaufbachs, während auf der gegenüberliegenden Talseite zahlreiche Gipfel zwischen 2.700 und 2.900 Metern in den Himmel ragen.
Auf dem Gipfel befindet sich das außergewöhnliche Arnoldsmausoleum. Es wurde von einem Alpinisten für sich selbst errichtet, damit er eines Tages inmitten seiner geliebten Bergwelt die letzte Ruhe finden kann.
Die Besteigung des Namensgebers der Bahn, des Ankogels (3.249 m), erfordert hingegen deutlich mehr Zeit, Vorbereitung und Ausdauer. Laut den vor Ort verfügbaren Informationen dauert die Tour von der Bergstation beziehungsweise vom Hannoverhaus aus etwa 6 bis 7 Stunden für Hin- und Rückweg und beinhaltet rund 600 Höhenmeter Aufstieg.
Obwohl der Ankogel zu den technisch leichteren Dreitausendern zählt, führt die Route durch hochalpines Gelände mit felsigen Passagen und gletschernaher Umgebung. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, geeignetes Bergschuhwerk und eine gute körperliche Verfassung sind daher unerlässlich.
Für die Gipfeltour empfiehlt es sich, eine Übernachtung im Hannoverhaus einzuplanen. So bleibt ausreichend Spielraum für unterschiedliche Gehgeschwindigkeiten und mögliche Wetterumschwünge, die im Hochgebirge jederzeit auftreten können.
Wenn man von der Bergstation geradeaus bergab entlang der Seilbahntrasse wandert, erreicht man die Mittelstation. Obwohl die gesamte Route von oben gut einsehbar ist, erwies sich der Abstieg als deutlich anspruchsvoller als zunächst erwartet. Die Wegweiser geben eine Gehzeit von 1 Stunde und 45 Minuten an, tatsächlich benötigte ich jedoch etwa zweieinhalb Stunden, da der scheinbar klare Verlauf über das felsige Gelände nur mit einigen Umwegen und deutlich langsamer begehbar war.
Unterwegs begegnet man Schafen, die auf den wenigen Grasflächen weiden, und mit etwas Glück lassen sich auch Murmeltiere beobachten.
Für den Abstieg bis zur Talstation wird eine Gehzeit von sieben Stunden angegeben. Eine solche Tour sollte nur mit sehr sorgfältiger Planung unternommen werden. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die angegebene Zeit in jedem Fall ausreicht. Daher empfiehlt es sich, den Fahrplan der Seilbahn genau zu beachten, um nicht an der Mittelstation festzusitzen. Von dort aus gibt es keine weitere Transportmöglichkeit talwärts – der restliche Weg muss zu Fuß zurückgelegt werden. In diesem Fall verpasst man in der Regel auch die Busverbindungen und muss den gesamten Weg bis zum Bahnhof selbst zurückwandern.