St. Wolfgang und der Schafbergbahn

🚉 Anreise

St. Wolfgang ist aus Richtung Budapest und Wien bequem mit dem Zug erreichbar – mit einem Umstieg in Attnang‑Puchheim. Von dort fährt man weiter bis Bad Ischl, wo man in die Buslinie 546 umsteigt.
Diese bringt euch in rund 30 Minuten nach St. Wolfgang – eine Fahrt durch malerische Landschaften, bei der man schon unterwegs einen ersten Eindruck vom Zauber des Salzkammerguts bekommt.

Get Directions

Add Waypoint
Route Options
×

Von Frühling bis Herbst kann man St. Wolfgang auch mit dem Schiff erreichen – entweder von St. Gilgen oder Strobl aus.
Beide Orte sind bequem mit den Buslinien 150 (Salzburg – Bad Ischl) erreichbar.

🏞️ Das Kronjuwel des Sees – St. Wolfgang

Das malerische St. Wolfgang liegt direkt am Ufer des Wolfgangsees im Bundesland Salzburg. Von hier aus überblickt man den gesamten, 11,5 km langen See, der an seiner breitesten Stelle 2 km misst.

Der Ort trägt den Namen von Bischof Wolfgang von Regensburg, der sich im 10. Jahrhundert als Einsiedler an das Seeufer zurückzog. Einer Legende zufolge ereignete sich hier eine wundersame Heilung, wodurch St. Wolfgang zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde – im Mittelalter war es nach Rom das viertbeliebteste Pilgerziel im deutschsprachigen Raum.

St. Wolfgang zeigt sich in jeder Jahreszeit von einer anderen, ganz besonderen Seite:

🌼 Frühling: Die Almwiesen erblühen, die Wanderwege werden wieder zugänglich.
☀️ Sommer: Der See lädt zum Baden, Segeln und Bootfahren ein.
🍁 Herbst: Bunte Wälder und eine ruhige, stimmungsvolle Atmosphäre prägen den Ort.
❄️ Winter: Der Wolfgangseer Advent verzaubert mit Lichterglanz, duftenden Märkten und den berühmten, auf dem Wasser schwimmenden Riesenlaternen.

🚂 Die Schafbergbahn – seit über 120 Jahren bringt sie Besucher 1.220 Meter über den See und den Ort

Die Schafbergbahn ist die steilste Zahnradbahn Österreichs – dank ihrer speziellen Technik kann sie diesen enormen Höhenunterschied überhaupt bewältigen.
Von Frühling bis Herbst verkehrt sie täglich; im Jahr 2025 fährt sie vom 26. April bis 2. November – und das meist mit sehr hoher Auslastung.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Tickets vorab online buchen. Wenn ihr erst vor Ort kaufen wollt, kann es passieren, dass die Züge bereits ausgebucht sind und keine Plätze mehr verfügbar sind.

Wenn ihr auch talwärts mit der Schafbergbahn fahren möchtet, müsst ihr euch bereits im Voraus für eine konkrete Rückfahrtzeit entscheiden.
Am Nachmittag bekommt man für die Bergfahrt oft noch problemlos Tickets – für die Talfahrt jedoch nicht immer, da die Plätze schnell ausgebucht sein können.

Um den außergewöhnlich hohen Andrang bewältigen zu können, werden die planmäßigen Abfahrten bei Bedarf verdichtet – dann fahren die Züge teilweise alle 20 Minuten, in Spitzenzeiten sogar zwei Züge hintereinander, in Sichtweite voneinander.
Doch selbst mit dieser Verstärkung sind die Plätze in stark frequentierten Zeiträumen oft rasch vergeben.

ℹ️ Weitere Informationen: 

https://www.5schaetze.at/de/schafbergbahn

An der Talstation befindet sich neben der Kassa auch ein Souvenirshop sowie eine kleine Ausstellung – unter anderem mit einer historischen Dampflok. Im Obergeschoss lädt zudem ein Restaurant zur Einkehr ein.

Die Fahrzeit der Schafbergbahn beträgt rund 35 Minuten. Auf der eingleisigen Strecke gibt es – neben den Endstationen – zwei Ausweichen und einen Zwischenhalt, an denen sich die Züge aus der Gegenrichtung kreuzen können.

Die einzige Zwischenstation, an der Ein‑ und Ausstieg möglich ist, ist die Schafbergalm auf 1.363 Metern – ein wichtiger Knotenpunkt mehrerer Wanderwege.
Ein Ausstieg lohnt sich vor allem dann, wenn man eine kürzere Wanderung unternehmen möchte, entweder bergauf oder bergab, auf weniger steinigem und weniger steilem Gelände.

An der Bergstation gibt es auf der Fußgängerbrücke Sanitäranlagen sowie eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Schafbergbahn.
Bistro oder Trinkwasser stehen hier oben allerdings nicht zur Verfügung.

Die Schafbergbahn bringt seit 1893 ihre Fahrgäste auf den 1.783 Meter hohen Schafberg. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren St. Wolfgang und der Schafberg ein beliebtes Ausflugsziel für die Wiener Aristokratie und das wohlhabende Bürgertum.
Der Aufstieg zum Gipfel war jedoch beschwerlich – viele ließen sich von sogenannten „Sesselträgern“ hinaufbringen, also Trägern, die ihre Gäste in einem Stuhl über die steilen Bergpfade nach oben trugen.

Die Schönheit der Landschaft zog schon damals romantische Maler und Naturliebhaber an, die mit der Postkutsche nach St. Wolfgang reisten.
Der Wunsch, den Gipfel leichter erreichen zu können, wurde immer größer – daher entstand bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die Idee, eine Bahn auf den Schafberg zu bauen.

Die Genehmigung zum Bau der Zahnradbahn wurde jedoch erst 1890 erteilt, und 1892 begann schließlich der Bau. Rund 350 Arbeiter, größtenteils aus Italien, waren daran beteiligt. Das gesamte Material musste mit Maultieren auf den Berg transportiert werden – in über 6.000 Transporten, bis die Schafbergbahn im Jahr 1893 eröffnet werden konnte.

Die Strecke der Schafbergbahn ist die Bahn mit der steilsten Eisenbahnneigung Österreichs – ein Gelände, das mit einer herkömmlichen Adhäsionsbahn (also einer Bahn, die nur durch Rad‑Schiene‑Reibung fährt) nicht sicher befahrbar wäre.
Die maximale Steigung beträgt 26 % und übersteigt damit deutlich die Grenze normaler Eisenbahnen, die bei etwa 4–5 % liegt. Der Höhenunterschied von 1.220 Metern wird auf nur 5,85 Kilometern überwunden.

Die Bahn verwendet das Abt‑Zahnstangensystem, bei dem in der Mitte der Schienen eine Zahnstange verläuft, in die das Zahnrad der Lokomotive eingreift. Dieses System ermöglicht:

  • kontinuierliche Traktion selbst auf extrem steilen Abschnitten

  • sicheres Bremsen bei der Talfahrt

  • stabile Fahrt auch bei nassem, rutschigem oder verschneitem Untergrund

Die Strecke führt über felsiges Gelände, durch Waldabschnitte und über alpine Wiesen, wo wechselnde Bodenverhältnisse und starke Neigungswechsel auftreten. Unter solchen Bedingungen wäre ein System ohne Zahnstange nicht zuverlässig.
Beim „Hinaufklettern“ am Berghang benötigen die Züge präzise Spurhaltung und maximale Haftung – und genau das kann nur die Zahnradtechnik gewährleisten.

  • 📏 Sterckenlänge: 5,85 km

  • ⛰️ Höhenunterschied: 1.245 m (538 m → 1.783 m)

  • 📐 Maximale Steigung: 26 %

  • 🚂 Lokomotivtypen: Öl‑ und kohlegefeuerte Dampflokomotiven, Diesellokomotiven

  • 🚉 Anzahl der Stationen: 5 (St. Wolfgang, Aschinger, Dorneralm, Schafbergalm, Schafbergspitze)

  • 🏗️ Baujahre: 1892–1893

⛴️ Schifffahrt auf dem Wolfgangsee

Die WolfgangseeSchifffahrt ist seit über 150 Jahren auf dem See unterwegs. Zwischen den Anlegestellen St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl verkehren sowohl Nostalgieschiffe als auch moderne Fahrgastschiffe.
Das besondere Highlight ist der Schaufelraddampfer „Kaiser Franz Josef I.“, der bereits 1873 vom Stapel lief. Er ist bis heute in Betrieb und bietet eine Fahrt wie eine kleine Zeitreise auf dem Wasser.

Während der Schifffahrt eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf die Uferorte und das alpine Panorama rund um den Wolfgangsee. Vom Wasser aus zeigen sich die Berge und die Häuser am Seeufer aus einer ganz neuen Perspektive.

Es gibt auch Kombitickets, die eine Schifffahrt und die Fahrt mit der Schafbergbahn zu einem gemeinsamen Erlebnis verbinden – ideal, um die Region an einem Tag aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu entdecken.

Die Fahrt von St. Gilgen nach Strobl dauert etwa 1 Stunde 20 Minuten, wobei St. Wolfgang ungefähr auf halber Strecke liegt.

ℹ️ 5schaetze.at/de/wolfgangseeschifffahrt

🏘️ Die Altstadt von St. Wolfgang

Die Altstadt von St. Wolfgang wirkt wie eine märchenhafte Kulisse, in der Vergangenheit und Gegenwart Hand in Hand spazieren gehen. Im Zentrum steht die berühmte Pfarrkirche, deren Innenraum eine außergewöhnliche Mischung aus gotischer und barocker Kunst darstellt. Hier befindet sich auch der weltberühmte Flügelaltar von Michael Pacher aus dem 15. Jahrhundert – eines der bedeutendsten Kunstwerke im gesamten deutschsprachigen Raum.

Gleich neben der Kirche liegt das legendäre Hotel „Weißes Rössl“, das durch Ralph Benatzkys Operette Weltruhm erlangte. Das Haus ist bis heute in Betrieb, und von seiner Terrasse eröffnet sich ein direkter Blick auf den Wolfgangsee – man fühlt sich tatsächlich, als säße man mitten in einer Operettenkulisse.

In den engen Gassen der Altstadt finden sich zahlreiche Handwerksläden, Geschäfte mit regionalen Spezialitäten und kleine Boutiquen mit alpinen Souvenirs. Die Restaurants und Cafés bieten eine reiche Auswahl: lokale Fischgerichte, Apfelstrudel, hausgemachte Marmeladen und österreichische Weine sorgen für kulinarische Höhepunkte.

Entlang der Uferpromenade laden Bänke, Aussichtspunkte und romantische Sonnenuntergänge zum Verweilen ein – ideal für einen Spaziergang oder einen Moment der Ruhe. Wenn es der Zeitplan erlaubt, lohnt es sich, hier ein bis zwei Stunden einzuplanen.
Das kulturelle Leben der Stadt – Musikabende, Open‑Air‑Aufführungen, Adventmärkte – bringt das ganze Jahr über Atmosphäre und Lebendigkeit in die kopfsteingepflasterten Gassen.