Die runden Steinbastionen auf dem Gipfel des Pöstlingbergs prägten das Erscheinungsbild des Berges schon lange vor dem Bau der Bergbahn: Sie wurden in den 1830er‑Jahren als Teil des Festungssystems rund um Linz errichtet. Obwohl sie nie in eine kriegerische Auseinandersetzung gerieten, verleihen ihre massiven Mauern dem Berg bis heute eine besondere Atmosphäre.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zog der Pöstlingberg immer mehr Ausflügler an, und so entstand die Idee einer Bergbahn. Während der Planungsphase wurde sogar ein Zahnradbahnsystem erwogen, letztlich entschied man sich jedoch für eine steile Adhäsionsstraßenbahn – damals ein kühnes, nahezu beispielloses Projekt, denn die Steigungen von 10,5 bis 11,6 % galten selbst europaweit als Rekord.
Mit der Eröffnung der Pöstlingbergbahn im Jahr 1898 begann eine neue Ära: Der technische Optimismus der Jahrhundertwende traf auf die zeitlosen Steinmauern der Festungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert. Diese beiden Welten verschmelzen bis heute harmonisch miteinander – die Grottenbahn, die Aussichtsterrasse und sogar die Bergstation befinden sich in den ehemaligen Bastionen, während die modernen Garnituren Linz’ Vergangenheit und Gegenwart in einer einzigen Fahrt miteinander verbinden.