Citybahn Waidhofen

Waidhofen an der Ybbs wird stark vom Erscheinungsbild der Citybahn geprägt – einem wenige Kilometer langen, modernisierten Abschnitt der ursprünglich über 120  Jahre alten und rund 70 Kilometer langen Regionalbahn, der Ybbstalbahn, der heute die städtische Mobilität verbessert.

Doch wie wurde aus einer mehr als 70 Kilometer langen Regionalbahn eine nur wenige Kilometer kurze Stadtbahn?

🕰️ Der Aufstieg und Niedergang der Ybbstalbahn

Die ursprüngliche Ybbstalbahn wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und verband bereits 1899 Waidhofen mit Lunz am See; später reichte sie sogar bis Kienberg‑Gaming, das damals auch Endpunkt der Erlauftalbahn war – einer Strecke, die heute zwischen Pöchlarn und Scheibbs verkehrt.

Die Bahn bedeutete einen enormen Impuls für Wirtschaft und Tourismus: Die Stahl‑ und Holzindustrie der Region erreichte die Märkte deutlich schneller. Ab den 1960er‑Jahren geriet die Strecke jedoch zunehmend ins Hintertreffen – die Straßeninfrastruktur verbesserte sich, der Straßengüterverkehr wurde effizienter, und die inzwischen rund 60 Jahre alte Bahn verursachte immer höhere Instandhaltungskosten. Hinzu kamen mehrere Hochwasserereignisse, die die Strecke schwer beschädigten.

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Die Gebirgsabschnitte der Ybbstalbahn wurden nach und nach stillgelegt, und schließlich übergab die ÖBB die Strecke im Jahr 2010 an die Niederösterreich Bahnen (NÖVOG). Nach langen Diskussionen wurden die regionalen Teilstrecken nicht saniert, sondern in einen Radweg umgewandelt – den Ybbstalradweg, der 2017 eröffnet wurde und seither ein beliebtes touristisches Ziel ist.

Der ehemalige Gebirgsabschnitt der Ybbstalbahn zwischen Kienberg‑Gaming und Pfaffenschlag wird heute als Museumsbahn betrieben.

ℹ️ https://www.lokalbahnen.at/bergstrecke/

🚉 Citybahn Waidhofen – der überlebende Streckenabschnitt

Der innerstädtische Abschnitt hingegen erhielt neues Leben: Der 5,5 Kilometer lange Streckenteil innerhalb von Waidhofen blieb erhalten und wurde unter dem Namen Citybahn Waidhofen modernisiert; sein Endpunkt war damals Gstadt.

Diese Stadtbahn steht nicht mehr für große Entfernungen, sondern für lokale Mobilität – sie verbindet die Innenstadt mit dem Einkaufszentrum, die Wohngebiete mit dem Hauptbahnhof und bewahrt dabei dennoch den Charme der Eisenbahn. Da die Strecke am Hang entlangführt, eröffnet sie einen leicht erhöhten Blick auf die Stadt, besonders vom 143 Meter langen und 30 Meter hohen Viadukt in unmittelbarer Nähe des Stadtplatzes und des Schillerparks.

Das auf massiven Steinpfeilern ruhende Stahltragwerk ist nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, sondern auch ein städtisches Wahrzeichen – und galt bei seiner Errichtung im Jahr 1872 als ingenieurtechnische Meisterleistung.

Im Jahr 2020 wurde die Strecke weiter verkürzt, da der Abschnitt bis Gstadt kaum genutzt wurde; seither endet die Linie an der Pestalozzistraße. Der 3,1 Kilometer lange Abschnitt bedient sechs Haltestellen, die Fahrzeit beträgt acht Minuten. Die Züge verkehren an Werktagen zwischen 5:30 und 17:30 Uhr, am Wochenende zwischen 7:30 und 19:30 Uhr – werktags und am Samstagvormittag im Halbstundentakt, am Samstagnachmittag und Sonntag stündlich, jeweils mit Anschluss an die Regionalzüge am Bahnhof Waidhofen an der Ybbs.

Zum Einsatz kommen ehemalige ÖBB‑Dieseltriebwagen der Reihe 5090, die ein farbenfrohes, stadtgerechtes Design erhielten; in stärker frequentierten Zeiten verkehren zwei gekuppelte Einheiten.

Auf der Citybahn Waidhofen gelten die VOR‑Tarife, sodass Fahrkarten an allen Schaltern und Automaten sowie online über die Websites und Apps von ÖBB und VOR im Vorverkauf erhältlich sind.

Da auf den Zügen kein Zugbegleiter mitfährt, können Fahrgäste ohne gültiges Ticket dieses beim Lokführer ohne Aufpreis erwerben.

ℹ️ https://www.citybahn.at/

🏰 Die Altstadt von Waidhofen – mittelalterliches Flair im modernen Rhythmus

Die Innenstadt von Waidhofen an der Ybbs wirkt wie eine lebendige historische Kulisse, in der mittelalterliche Architektur und modernes Stadtleben ineinander übergehen. Der Hauptplatz erinnert an die typischen österreichischen Kleinstädte: Zwischen sorgfältig gepflegten historischen Gebäuden finden sich moderne Bauten und Plätze, die sich harmonisch in das Stadtbild einfügen.

Der Oberer Stadtplatz mit seinem Kopfsteinpflaster, den barocken Fassaden und der Mariensäule wirkt, als wäre eine alte Postkarte zum Leben erwacht. Die Statue in der Platzmitte ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern ein Teil der städtischen Identität, bewacht von den umliegenden Türmen.

Waidhofen ist bekannt für seine „sieben Türme“ – vier Kirchtürme und drei Stadttürme –, die jeweils eine eigene Epoche und Funktion repräsentieren und gemeinsam das charakteristische Stadtpanorama formen.

Der Stadtturm diente einst als Wachturm und bietet heute einen beeindruckenden Panoramablick über das Ybbstal. Besonders bemerkenswert ist das im Stadtzentrum gelegene Schloss Rothschild: Über dem neogotischen Baukörper erhebt sich ein moderner Glaskubus, entworfen von Hans Hollein, der die Offenheit der Stadt für neue Möglichkeiten symbolisiert – aufbauend auf ihrem historischen Erbe.

Im Schloss befindet sich das 5‑Elemente‑Museum, dessen interaktive Ausstellungen die Beziehung zwischen Mensch und Natur erlebbar machen. Der Kristallsaal wiederum dient als eleganter Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse und verleiht dem Gebäude eine besondere Atmosphäre.

🌲 Buchenberg: Tierpark, Flying Fox, Kletterpark – ein vielseitiges, ganztägiges und intensives Erlebnis für alle

Der Buchenberg oberhalb der Stadt ist vom Halt Schillerpark aus in etwa zehn Minuten bequem zu erreichen. Die Hauptattraktion ist der Naturpark Buchenberg, ein Tier- und Erlebnispark, der heimische Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung zeigt. Hier begegnet man Luchsen, Waschbären, Wildschweinen und sogar Eulen, die in einem eigenen „Eulenwald“ leben.

Zu den beliebtesten Bereichen des Parks gehört der Streichelzoo, in dem Kinder und Erwachsene gleichermaßen den zutraulichen Ziegen und Kaninchen ganz nah kommen können.

Der Buchenberg bietet jedoch nicht nur Naturerlebnisse, sondern auch Abenteuer für Adrenalinliebhaber: Der Kletterpark umfasst mehr als 90 Stationen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, während die Flying‑Fox‑Strecke zu den längsten ihrer Art in Österreich zählt und die Besucher hoch über den Baumwipfeln dahingleiten lässt.

Von den Aussichtspunkten eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama über Waidhofen und das Ybbstal – besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Landschaft in goldenes Licht getaucht wird.

Der markierte Rundweg durch den Tierpark lässt sich in wenigen Stunden bequem erwandern. Er führt am Hang entlang, weshalb Buffet und Souvenirshop nur am Eingang zu finden sind. Es empfiehlt sich daher, Proviant bereits vor dem Start mitzunehmen.

ℹ️ https://tierpark.at/