Wurzelalm

Das Hochplateau der Wurzeralm in Oberösterreich ist ein alpiner Ausflugsort, an dem die Natur nicht nur beeindruckt, sondern auch viel lehrt. Die Tier‑ und Pflanzenwelt in den Bergen unterscheidet sich deutlich von dem, was wir aus Ungarn kennen – schließlich gibt es dort keine so hohen Gebirge, in denen sich Vegetation und Fauna so sichtbar mit der Höhe verändern.

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Das Hochplateau der Wurzeralm liegt in Oberösterreich, in der Nähe des Ortes Spital am Pyhrn, der an der Bahnstrecke Linz – Selzthal liegt.
Die Talstation der Standseilbahn ist mit Zügen bis Spital am Pyhrn erreichbar – oder mit den Buslinien 911, die sowohl vom Bahnhof Spital am Pyhrn als auch vom Bahnhof Liezen zur Talstation fahren.

🚠 Seilbahnen

Die Standseilbahn der Wurzeralm und der Frauenkar‑Sessellift zählen auch aus verkehrstechnischer Sicht zu den besonderen Attraktionen der Region. Das gesamte Liftnetz bedient in der Sommersaison vor allem Wanderer, während im Winter zusätzlich mehrere kleinere Skilifte in Betrieb sind, um die Skifahrer auf dem Hochplateau zu versorgen.

Die Standseilbahn fährt nach einem fixen Fahrplan im 20‑Minuten‑Takt.
Die Sessellifte verkehren laufend, mit Ausnahme der Mittagspause von 12:00 bis 12:45 Uhr.

Wenn man auch mit dem Sessellift fahren möchte, sollte man bereits an der Talstation ein Kombiticket lösen, das für beide Anlagen gültig ist.

ℹ️ Betriebszeiten und Ticketpreise: https://skisport.com/wurzeralm/de

🚡 Wurzelalm Seilbahn

Die Wurzeralm‑Standseilbahn, eine der schnellsten Europas, erreicht eine Geschwindigkeit von rund 50 km/h und überwindet die 622 Höhenmeter in nur 7 Minuten. Die Bergstation liegt auf 1.426 Metern.

Die Trasse wurde auf der ehemaligen Skipiste errichtet und verläuft vollständig auf Stützenkonstruktionen. In der Streckenmitte befindet sich ein kurzer zweigleisiger Abschnitt, auf dem sich die beiden gleichzeitig aus den Endstationen startenden Wagen begegnen und kreuzen.
Auf dem oberen Teil der Strecke fährt die Bahn durch drei Tunnel, bevor sie die Bergstation erreicht.

🚠 Typ: Standseilbahn

📏 Streckenlänge: 2.937 m

⛰️ Höhenunterschied: 622 m (804 m → 1.426 m)

⏱️ Fahrzeit: ca. 7 Minuten

🚀 Geschwindigkeit: max. 50 km/h

🚋 Anzahl der Wagen: 2

🪑 Kapazität: 140 Personen pro Wagen

🌉 Trasse: Brückenartige Stützenkonstruktionen, 3 Tunnel

🏭 Hersteller: Waagner‑Biró (1978), modernisiert von Voestalpine (1995), neue Kabinen: Leitner & Carvatech (2020)

 

🔧 Was wurde bei der Modernisierung erneuert?

 

🚋 Komplett neue Kabinen aus Gmunden (Carvatech), mit modernem Design und komfortabler Innenausstattung

🧠 Digitale Steuerungs‑ und Sicherheitstechnik

🔋 Energieeffizientes Antriebssystemanstelle der alten Technik

 

🏆 Nach der Modernisierung gilt die Wurzeralm‑Standseilbahn als die modernste und schnellste Standseilbahn Europas.

🌾Die Almwiese

An der Bergstation der Standseilbahn angekommen, erwartet einen eine Aussichtsterrasse mit Bänken – doch das Panorama verführt dazu, sofort loszuwandern. Mehrere Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden stehen zur Auswahl. Wer sich stärken möchte, kann dies entweder im Bergstations‑Restaurant oder in der nahegelegenen Linzerhaus‑Hütte tun. Gleich daneben liegt ein künstlicher Speicherteich, der im Winter die Schneekanonen mit Wasser versorgt. Sein Ufer mit den Bänken ist ein idealer Rastplatz – besonders auf dem Rückweg, wenn man schon weiß, welchen Zug man erreichen möchte.

Je weiter man sich von der Bergstation entfernt und je mehr sich die mit der Bahn angekommenen Besucher verteilen, desto stärker stellt sich die Ruhe und Stille des Hochplateaus ein. Die sanft gewellten Almwiesen, umgeben von Bergen, dienen im Winter als Skipisten; die Lifte, die zu den Hügeln hinaufführen, warten still auf die nächste Wintersaison.

Folgt man dem Weg weiter, erreicht man nach etwa 20 Minuten die Talstation des Frauenkar‑Sessellifts. Unterwegs passiert man einen elektrischen Weidezaun und dessen Durchgang – und hört kurz darauf das typische Klingeln der Kuhglocken. Auf diesen Almflächen weiden Kühe, und der Wanderweg führt mitten durch ihr Gebiet; gelegentlich kreuzen sie auch den Weg.

Die Kühe sind friedliche Tiere und greifen nicht an – solange man selbst ruhig bleibt. Deshalb gilt: nicht laut sein, nicht herumrennen, nicht zu nah hingehen. Und wer mit Hund unterwegs ist, sollte ihn unbedingt an der Leine führen.

Von der Talstation des Frauenkar‑Sessellifts erreicht man nach weiteren etwa 15 Minuten gemütlicher Gehzeit den Brunnsteinersee – einen periodischen Alpensee, dessen Wasserstand stark von der Schneeschmelze und den Niederschlägen abhängt. Im Frühjahr füllt sich der See durch das Schmelzwasser, während er gegen Ende des Sommers bei wenig Regen und hohen Temperaturen deutlich zurückgehen oder sogar teilweise bzw. vollständig austrocknen kann.

Auf dem Weg zum Brunnsteinersee verändert sich das Bild der Vegetation spürbar:
Im Bereich der Nadelwälder weiden die Kühe noch auf den offenen Almflächen zwischen den Baumgruppen. Weiter in Richtung See führt der Weg durch einen Fichtenwald, bevor man in der unmittelbaren Umgebung des Sees auf Latschenfelder trifft. Das Gelände wird zunehmend felsiger, und zwischen den Steinen blühen verschiedene farbenfrohe Alpenblumen.

Da der See keine feste Uferlinie besitzt, kann man ihn nur über das felsige Gelände umrunden. Sitzbänke und schattige Plätze findet man ausschließlich im nahen Waldstück, durch das man zuvor gekommen ist.

Die Almwirtschaft hat in den Alpen eine jahrhundertealte Tradition, und der Wechsel der Jahreszeiten wird bis heute mit Festen gefeiert. Wenn die Kühe im Frühjahr auf die Hochalmen ziehen oder im Herbst wieder ins Tal zurückkehren, veranstalten die Bauern feierliche Umzüge.
Beim Almabtrieb im Herbst werden die Tiere mit Blumen und kunstvollen Kopfschmuck geschmückt und ziehen – angeführt von ihren festlich gekleideten Bauern – in einem würdevollen, farbenprächtigen Zug durch das Dorf.

Im Winter verbringen die Kühe ihre Zeit in den Ställen, während sie von Frühling bis Herbst frei auf den weitläufigen Almflächen weiden. Die Weiden sind durch elektrische Zäune begrenzt, damit die Tiere nicht zu weit umherstreifen.

Die vielfältige Vegetation der alpinen Wiesen bietet den Kühen hervorragendes Futter, und dank der häufigen Niederschläge bleiben die Almflächen das ganze Jahr über saftig und grün – das Gras wächst schnell nach und sorgt für optimale Bedingungen.

👣 Zusammenhalt der Herde:
Der Klang der Glocke hilft den anderen Tieren, der Leitkuh zu folgen – so bleibt die Herde geschlossen. Die „Hauptglocke“ trägt meist die ruhigste und erfahrenste Kuh.

🧭 Auffinden einzelner Tiere:
Wenn ein Tier sich entfernt oder in unübersichtliches Gelände gerät, kann man es dank des Glockenklangs leichter finden – selbst bei dichter Vegetation oder schlechter Sicht.

👂 Orientierung für den Hirten:
Anhand des Klangs weiß der Hirte auch aus größerer Entfernung, wo sich die Tiere aufhalten, ohne sie ständig im Blick haben zu müssen.

🧘 Beruhigende Wirkung:
Der gleichmäßige, monotone Klang der Glocke wirkt auf viele Tiere beruhigend und unterstützt ein entspanntes Verhalten innerhalb der Herde.

🆔 Individuelle Identifikation:
Jede Glocke hat einen eigenen Klang – abhängig von Größe, Form, Material und dem Klöppel im Inneren. So kann der Hirte die Tiere allein am Klang unterscheiden, besonders die Leitkuh oder jene, die gerne umherstreifen.

🐮 Organisation der Herde:
Die Leitkuh trägt meist eine größere, tiefer klingende Glocke, der die anderen Tiere folgen. Die unterschiedlichen Klänge helfen den Kühen auch dabei, sich gegenseitig zu orientieren – fast so, als würden sie sich „akustisch aufeinander abstimmen“.

🏞️ Unterscheidung verschiedener Herden:
Weiden mehrere Herden am selben Berghang, erleichtern die unterschiedlichen Glockentöne den Hirten die Zuordnung: Man hört sofort, welches Tier zu welchem Bauern gehört.

🎗️ Tradition und Status:
In manchen Regionen gilt der Klang und die Verzierung der Glocke auch als Statussymbol. Die wertvollste Kuh erhält oft die schönste oder tiefste Glocke. Zu festlichen Anlässen tragen die Tiere sogar besondere, kunstvoll geschmückte Glocken.

🚠 Frauenkar Seilbahn

Von der Talstation des Frauenkar‑Sessellifts überwindet man rund 463 Höhenmeter und erreicht nach etwa 15 Minuten die Höhe von 1.867 Metern – hier lässt sich der Wandel der Vegetation besonders eindrucksvoll beobachten.
Ausgehend von den Fichtenwäldern führt die Fahrt durch Zonen mit Latschenfeldern, bevor man schließlich das felsige Hochgelände erreicht.

Je höher man kommt, desto beeindruckender wird auch die Aussicht – wirklich genießen kann man sie allerdings vor allem bei der Talfahrt, wenn sich das Panorama weit unter einem öffnet.

Auf dem Gipfelplateau lohnt es sich, etwa ein bis zwei Stunden zu verbringen – ganz entspanntes Umherwandern, Schauen und Genießen. Der markierte Rundweg führt stellenweise über sehr felsiges Gelände, wo man jeden Schritt bewusst setzen muss. Wer es ruhiger angehen möchte, kann sich auf den Bänken in der Nähe der Bergstation niederlassen und einfach das grandiose Panorama auf sich wirken lassen.

Im Sommer ist die Sonneneinstrahlung hier oben besonders intensiv und grell – eine gute Sonnenbrille und Sonnenschutz sind daher unbedingt zu empfehlen.

Die zweimal 15‑minütige Sesselliftfahrt bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich ganz in die Landschaft zu vertiefen und die Aussicht in Ruhe zu genießen. Wichtig ist eine warme, mehrschichtige Kleidung, denn der Wind kann jederzeit auffrischen – und Kälte kann das Erlebnis schnell trüben.

🚠 Typ: kuppelbarer Zweiersessellift

📏 Streckenlänge: 1.700 m

⛰️ Höhenunterschied: 463 m (1.404 m → 1.867 m)

⏱️ Fahrzeit: ca. 15 Minuten

🚀 Geschwindigkeit: ca. 9 km/

🪑 Anzahl der Sessel: 280 Zweiersessel

🗼 Anzahl der Stützen: 20

🌱 Die Höhenstufen der alpinen Vegetation

Wenn man den Berghang immer weiter hinaufsteigt, merkt man nicht nur, dass die Luft kühler wird – auch die Landschaft verändert sich Schritt für Schritt. Die Vegetation wandelt sich dabei nicht zufällig, sondern folgt einer klaren Ordnung, fast so, als würde ein unsichtbarer Gärtner die Pflanzen nach Höhenlage sortieren. Dieses Phänomen nennt man Höhenstufung der Vegetation.

Hier beginnt das Tor zur alpinen Welt. Dichte Fichten- und Lärchenwälder prägen die Landschaft; unter ihnen breitet sich ein weicher Teppich aus Moosen aus, dazwischen Pilze, Wacholdersträucher und schattenliebende Blumen. Die Luft duftet nach Harz, und schon bald begegnet man den ersten weidenden oder wiederkäuend ruhenden Kuhherden – oder man hört im Hintergrund das leise Klingen der Glocken.
Diese Höhenstufe ist das klassische Weidegebiet: Zwischen den Baumgruppen öffnen sich immer wieder größere Lichtungen, ahol a tehenek békésen legelnek.

Mit zunehmender Höhe werden die Bäume immer niedriger, dichter und gedrungener: Evolution, Wind und monatelap hótakaró formálták őket ilyen ellenállóvá. A törpefenyők magassága mindössze 50–150 Zentimeter, és szorosan kapaszkodnak a hegyoldalba.
Zwischen ihnen leuchten farbige Alpenblumen – etwa Glockenblumen, Alpenrosen oder Edelweiß –, die die Bergwiesen wie kleine Farbtupfer schmücken.

Diese Höhenstufe ist bereits die Welt der Gämsen und Murmeltiere. An sonnigen Tagen sieht man sie auf den warmen Hängen dösen, und mit etwas Glück hört man sogar das warnende Pfeifen der Murmeltiere, das über die Hänge hallt.

Der Boden ist hier oben steinig und karg, die Vegetation niedrig und widerstandsfähig. Nur die robustesten Lebensformen halten sich in dieser Höhe: Moose, Flechten und winzige Polsterpflanzen, die in windgeschützten Felsspalten oder in kleinen, sonnigen Nischen überleben.
Ein besonderes Erlebnis ist es, innerhalb von nur einer halben Stunde von den riesigen Fichten der unteren Lagen in das Reich der 2–3 Zentimeter hohen Blüten und Moose zu gelangen – ein eindrucksvoller Übergang in die raue, reine Welt des Hochgebirges.

🔍 Wenn man mit diesem Sessellift fahren möchte, ist eine gute Vorbereitung wichtig!

🌧️ Auch wenn der Sessellift grundsätzlich nur bei gutem Wetter fährt, gibt es bei einem kurzen Schauer keinerlei geschützte Rückzugsmöglichkeit – weder auf dem offenen Lift noch oben am Berg! Eine hochwertige Regenjacke ist daher Pflicht. Ein Regenschirm reicht nicht aus, denn der Wind kann jederzeit stark auffrischen.

🥾 Die Bergstation ist ein einfaches Holzgebäude, und von dort tritt man direkt in felsiges Gelände hinaus. Wanderschuhe sind unverzichtbar! Für Personen mit eingeschränkter Mobilität kann dieses Terrain besonders gefährlich sein.

🍎 An der Bergstation gibt es weder Verpflegung noch Trinkwasser, daher muss man beides unbedingt selbst mitbringen.

🧢 In dieser Höhe gibt es keine schattenspendenden Bäume mehr, daher ist ein guter Sonnenschutz ebenfalls wichtig – Kopfbedeckés, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel.